DER ARIKOGEL AM HALLSTÄTTERSEE

Der Arikogel befindet sich im südlichen Salzkammergut, Bundesland Oberösterreich, Gemeinde Bad Goisern, Ortschaft Steeg. Dieser kleine und niedere Berg erhebt sich inmitten eines flachen Tales und befindet sich im Nahbereich vom 508 m hoch gelegenen Nordende am Hallstättersee.

Für den Besucher des Inneren Salzkammergutes, aber auch für viele Einheimische, ist der Arikogel ein unbedeutender Hügel. 

In Wirklichkeit gibt es in diesem sagenumwobenen Arikogel ein altes Stollensystem, wo schon vor Jahrhunderten verschiedene Erze abgebaut wurden. Dazu kommt noch ein sehr wertvoller Schatzfund und ein reiches römisches Grab.


Lage und Zugang

 

Von Bad Goisern auf der Landesstraße kommend sieht man kurz vor dem Hallstättersee auf der linken Seite (Osten) diesen hügeligen Berg. Rund 100 m hinter dem Gasthaus "Kunze" und entlang der Seeauerstraße weist ein Hinweisschild auf den Arikogel hin.

Den Arikogel kann man gefahrlos in etwa 30 Minuten Gehzeit überqueren. Der Hauptweg führt  am Plateau an der südlichen Wandkante entlang und es existieren noch zwei zusätzliche Abzweigungen. Einige Bänke laden dazu ein, den herrlichen Ausblick zum Hallstättersee oder den umliegenden Bergen zu genießen. 

 


Bild 1;  Vom Pötschenpass kommend sieht man auf der linken Seite den unscheinbaren Arikogel.

Bild 2: Auf der Westseite in der Ortschaft Au befinden sich einige Wohn- und Wirtshäuser.

Bild 3: Vom Arikogel hat man einen schönen Blick in das Gebirge und zum Hallstättersee.


Der Großteil des oberflächigen Areals gehört zum Eigentum der Österreichsichen Bundesforste. Lediglich die Außenbereiche im Osten und Westen sind Privatbesitz.  Der Arikogel ist relativ dicht bewachsen und es dominiert vor allem die Buche, welche rund 85 % der Fauna ausmacht. Im Randbereich wachsen bevorzugt Fichten und verschiedene Straucharten. Die Humusschicht zwischen den Bäumen ist nicht besonders mächtig und lässt selten einen Blick auf das darunter befindliche Gestein zu. Die Bodenflora ist aufgrund der dünnen Überlagerung etwas dürftig. Schneerosen scheinen aber gute Bedingungen vorzufinden. Doch in der Nähe vom Arikogel, auf den südlich gelegenen Feuchtwiesen, existiert eine sehr seltene, streng geschützte Ordichdee. Diese kleinwüchsige Blume mit den Namen „Glanzstendel“ ist gelbgrün und hat lanzenartige Blätter.

An Tieren gibt es hier einige Rehe, Füchse, Feldhasen und manchmal auch Dachse. Eine eigene Rehfütterung wurde für die kalte Jahreszeit eingerichtet. Von den Vögeln fühlen sich besonders die Meisen wohl. Manchmal sieht man auch Nusshäher und Krähen.

 

Umgebung

In der  Umgebung vom Arikogel kann man viel entdecken. An der Westseite erstreckt sich das markante und schroffe Ramsauergebirge mit seinem höchsten Gipfel, dem 1833 m Hohen Kalmberg. Nach Nordwesten zu ist das Tal offen und weitet sich in das Goiserertal. Das etwa 6 km lange und 3 m breite Becken von Goisern wird von einem Fluss mit den Namen Traun durchflossen. Im Hintergrund sieht man einen langgezogenen Grat mit der Goisererhütte und den Sonnwendkogel.

Der Arikogel liegt nahe an der Straße B166 und ist gut von allen Richtungen zu erreichen. Am besten parkt der motorisierte Fahrer beim Gasthaus und Fleischhauerei „Kunze“, welches direkt an der erwähnten Straße liegt. Der bewaldete Bergrücken hebt sich plateauförmig max. 65 m über den Talboden. Dieses hügelige Areal erstreckt sich hauptsächlich von WSW nach ONO und besteht eigentlich aus zwei Erhebungen von 578 m und 577 m Seehöhe. Die maximale Länge des bewaldeten Teiles beträgt knapp 900 m, die größte Breite 310 m. Etwa in dem etwas tiefer liegenden mittleren Abschnitt befindet sich die engste Stelle mit 120 m Durchmesser.

Entlang der wanddurchsetzten Südwestseite vom Arikogel verläuft die Seeauersraße, welche zweimal die Bahnlinie Attnang-Puchheim nach Stainach-Irdning unterfährt. Diese ÖBB – Bahn wurde 1877 erbaut und 1924 elektrifiziert. Am Nordostende trifft die erwähnte Straße mit einem weiteren Verkehrsweg zusammen, welcher von der Ortschaft St. Agatha kommt. Entlang vom nördlichen Steilabfall rinnt der Zlanbach (Zlambach). Dieses Wildwasser entspringt im Gebiet des nahen Leislingwaldes und der slawische Name deutet auf Salzvorkommen hin. Gegen Norden zu geht der Wald in leicht abfallendes Wiesengeländer über mit den nachfolgenden Häusern der Ortschaft St. Agatha bzw. Reitern.


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Geologie und Erzvorkommen

Das zentrale Dachsteingebirge und die meisten der umgebenden Berge sind vor rund 200 Millionen Jahre entstanden. In der sogenannten Trias (Erdmittelalter) lagerten sich in den Urmeeren die Kalkschalen von abgestorbenen Tieren wie Muscheln, Schnecken, Ammoniten und Korallen am Boden ab. Im Laufe von Jahrmillionen bildeten sich aus diesen Kalkschlamm mächtige Schichten, welche im Dachsteingebirge eine Höhe bis 2.000 m erreichen. Der größte Teil vom Arikogel besteht daher aus Kalk, welcher aber durch Zusatz von Magnesium zum Dolomit geworden ist. Dieses Mineral ist im Prinzip ähnlich wie Kalk, aber härter, spröder und verwittert griesförmig. Bei der Entstehung von Dolomit spielten Faktoren wie Fäulnisbildung am schlammigen Boden und Zersetzung durch Schwefelbakterien ursprünglich eine gewisse Rolle.

 



Bild 1:  Die Südseite vom Arikogel besteht aus  unruhigen, leicht verwitterbaren Dolomitgestein.

Bild 2: Es kommt immer wieder zu Gesteinszerrüttung und Abspalten von ganzen Wandteilen.

Bild 3: Am etwa gleich hohen benachbarten "Manegg" findet man"Findlinge" als Relikt der Eiszeit.


Schematische Darstellung vom Arikogel und Manegg

 

 

Der größte Teil vom Arikogel besteht aus dem Ramsaudolomit, welcher hier hauptsächlich als hellgraues bis weißliches und splittriges Gestein aufscheint. Sichtbar ist das Material nur am südlichen Ende vom Arikogel. Unterhalb vom Ramsaudolomit liegt eine weitere Gesteinsfolge und diese wird von einigen Geologen als Übergangsdolomit bezeichnet. Darunter befindet sich eine bis zu 20 m mächtig Schicht mit Gutensteiner Dolomit. Letzterer ist massig, strukturlos und in der Farbe meist dunkelgrau. Eine weitere dünne Gesteinsbank wird als Steinalmdolomit bezeichnet.

 

An der Nordostseite vom Arikogel tritt Werfener Schiefer teilweise bis an die Oberfläche. Diese lehmigen, wasserstauenden Sedimente sind älter als alle Kalkablagerungen und für das Erzvorkommen von großer Bedeutung. Diese Sedimente fallen durch die grünliche, bräunliche und auch violette Farbe im Gelände auf.

In dieser Kontaktzone zwischen Dolomit und Werfener Schiefer ist das flüssige Fahlerz (Bunterz) in den schrägen Klüften aufgestiegen, abgekühlt und teilweise kristallisiert. Somit entstand die kleine Lagerstätte am Arikogel, welche Blei, Kupfer, Zinkblende und Eisen enthält.

Am Rande sei noch vermerkt, dass dieser Prozess der Gesteinsbildung ursprünglich südlich vom Äquator stattfand und erst viel später die Gesteinsmassen durch tektonische Vorgänge (Kontinentalverschiebung und Gebirgsauffaltung) an die heutige Position gelangten.

 


 

Zeitalter

Abschnitt

Millionen J.

Geologische örtliche Formationen

Obertrias

Rhaetium

Norium

Karnium

 208 - 201

 228 - 208

 235 - 228

Zlambachschichten

Gebankter Dachsteinkalk und Riffkalk

Ramsaudolomit ( unterhalb ist Wetterstein- und Gutenbergdolomit)

Mitteltrias

Ladinium

Anisium

 242 - 235

 241 - 242

 

Untere Trias

Olenekium

Indusium

 251 - 247

 252 - 251

 

Werfener Schichten

 

Perm

 

 252 - 295

Haselgebirge (Salzlager)


Durch die Kontinentalverschiebung und dem Zusammenpressen der Erdplatten wurden die Gesteinsmassen verschoben. Diese unvorstellbar starken Kräfte (Tektonik) führten zur Geburtsstunde der Alpen.  Vermutlich wurden in dieser Periode auch die Grundlagen für die Spaltenfüllungen im Arikogel geschaffen.

Vor etwa einer Million Jahre begannen die alpinen Eiszeiten. Vier große Vereisungen bedeckten das Salzkammergut und diese werden der Reihe nach als Riss-, Ginz-,  Mindel-  und Würmglazial bezeichnet. Diese dauerten je rund 100.000 Jahre, wobei dazwischen lange Warmperioden lagen. Natürlich wurde auch der Arikogel von den Eismassen abgeschliefen und noch heute sind einige Terrassen zu erkennen. Vor allem in der letzten Eiszeit (Würm) kam es zu größeren Veränderungen in der Landschaft. So entstand auch das Becken das Hallstättersees.  Noch vor 12.000 Jahren lag das Gletschereis im Goiserer Tal.

Das Eis transportierte auch Gestein aus dem zentralen Dachsteinstock mit und so sieht man heute noch einige dieser helleren Felsbrocken verstreut am Plateau vom Arikogel und am angrenzenden „Manegg“. Man nennt diese hellen Kalksteine aus gebankten Dachsteinkalk „Findlinge“.

Dieser „Manegg“  ( „Mannegg“)  bildet nördlich vom Arikogel eine weitere Erhebung mit einer annähernd viereckigen  Form von etwa 300 m mal 440 m. Diese nacheiszeitliche Grundmoräne ist etwas niedriger als der Arikogel und an der ruhig wirkenden Oberfläche relativ eben. Zwischen diesen beiden Hügeln rinnt der Zlambach durch und entwässert in den See. Dieser Bach hatte vermutlich früher  einen anderen Verlauf.

Noch immer sind die Alpen in Bewegung. Auffaltung und Erosion, also mechanische Abtragung des Gesteines, halten sich fast im Gleichgewicht. Dieser Vorgang der Gesteinsabtragung ist besonders gut auf der Südwestseite vom Arikogel bzw. im naheliegenden Ramsaugebirge zu beobachten.


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Die Erzstollen

 

Es gibt mehrere Stollen im Arikogel und zwar hauptsächlich auf der Nordostseite in der Nähe vom Zlambach.

 

Während der Regierungszeit  von Maria Theresia oder noch früher  wurden Bunterze (Blei, Kupfer, Eisen, Zinksulfate, eventuell auch Silber)) abgebaut und in der Nähe verhüttet. 

 

Der rote Pfeil zeigt auf den nicht mehr zugänglichen "Arikogel-Freischurf", welcher mindestens 235 m lang war.


Der erste historisch gesicherte Nachweis von Erzstollen im Arikogel stammt aus dem Jahre 1745. Der Bergbau könnte aber noch etwas weiter zurückreichen, sofern der nachfolgende Bericht stimmt. Darinnen steht nämlich, dass 24 Jahre vor dem Zustandsbericht von 1763 schon Erze geschürft wurden. Damit wäre der Beginn des Bergbaues auf das Jahr 1739 zu legen.

In der mündlichen Überlieferung wird immer wieder berichtet, dass bereits die Römer einen Bergbau betrieben haben.

Denn einzig brauchbaren Hinweis dazu gibt es in einer von Friedrich Kenner im Jahre 1901 verfassten Bericht. Er schreibt dazu „…. dass am aber auch an der Westseite, beim Bau der Salzkammergutbahn (1876) zwei alte Stollenmündungen unbekannten Ursprungs blossgelegt habe; unterhalb des einen derselben, welcher nur wenige Meter vorgetrieben ist, also nur den Anfang einer Stollenanlage darstellt, wurde das erwähnte Frauengrab mit dem Goldschmuck angetroffen.“

Den Nachweis eines römischen Bergbaues ist mir trotz intensiver Forschung bisher nicht gelungen.


Bild 1:  Hinter diesen verstürzten Eingang verbirgt sich der 235 m lange "Arikogel-Freischurf".

Bild 2: Der linke, 16 m lange "Arzloch II"  in der Nähe vom Zlambach verläuft am  Grundwasserspiegel.

Bild 3: Auf der Arikogel-Südseite sieht man neben der Seeaustrasse diesen  6 m lange Stollen


Geschichte: Im Jahr 1763,  in der Regierungszeit von Maria Theresia, beauftragte die Eisenobmannschaft die beiden Berghäuer Matthias Berger und Friedrich Pröll alte Bergwerke im Salzkammergut auf ihre neuerliche Abbauwürdigkeit zu untersuchen.

Bericht vom 30. Juli 1763

Im Arkogl (arikogel) befinden sich zwei Stollen. Das untere Mundloch ist aufgeschlagen Stund 19 und völlig verbrochen. Man hat ein und ein ½ Tag Fleiß angewendet, um solches gegen 2 Klafter aufzumachen: In der Meinung, die innerliche Gruben zu untersuchen und zu sehen, was der Gang vor eine Stund oder Streichen hat, aber nicht sein können. Man hat nach dieser Aufmachung der 2 Klafter gesehen, daß gegen 3 ½ Klafter der Stollen im ganzen Gestein, instehend 2 Schuh hoch das Wasser, nach diesem aber mit des Gezimmers der Stollen wieder völlig verbrochen. Daß das Wasser so hoch im Stollen steht, ist kein Wunder. Ursache ist, dass der Stollen zu tief ausgeschlagen wurde. Wenn sich durch starken Regen der Bach erstärkt und anläuft, so stoßt das Wasser hinein. Es wäre ratsam, wenn in diesen oben erwähnten Arkogl ein Bau sollte vorgenommen werden, daß man das Wasser völlig von dieser Angebirg zur anderen Seite wendet, zu welcher Gelegenheit noch genügend ist.

Der obere Stollen von dem unteren der Ebensohle noch weiter zu der Mitte des Gebirges aufgeschlagen Stund 17 Punkt 4, beiläufig 3 ½ Klafter im Gebirge, in welchem vor 24 oder mehr Jahren gearbeitet wurde, ist auf den Tag zu spüren daß das Stollenmundloch oder Tagstück 8, kann sein auch mehr Klafter völlig verbrochen. Weil man nun in die innerliche Gruben nicht im Stein zu kommen, so hat man beide Halden untersucht, in selbigen blei- und silberhältige Stufen gefunden. Es ist gar leicht zu erachten, daß mächtige Erze anstehen müssen. Es ist aber zu erwägen, daß das Gebirge zu weich, wie auch völlig von beiden Seiten mit Wasser umgeben. Es ist zu zweifeln, ob man den Bau in die Tiefe fortsetzen kann. Die Ursache ist der nahe See und das durch die offene Kluft zusitzende Wasser. Beiläufig dürfte die Stärke und Höhe des Gebirges 100 Klafter oder etwas mehr über dem sogenannten Hallstätter See messen.

Da der Erzgang wenig ausbeißt, ist zu vermuten, daß man sehr viel aufwenden muß, um dieses von Gott gelegte Erz zu nutzen. Kann sein, daß man in die Tiefe abbauen muß. Jedenfalls aber wäre es ratsam, die Sache zu untersuchen und einen Bau anzufangen. Danach wird es sich am besten zeigen. Sollte der Gang seine beständigen Fortgang, das Streichen von Mitternacht bis Mittagnacht, unter diese schöne Gebirg unweit St. Agatha habe, so wäre es geholfen, da könnte hernach der Bau ganz anders vorgenommen werden.

NS: Von dem sogenannten Arkogler Erz ist bei einem gewissen Miller noch über 100 Centen geschiedenes Erz in einem Gebäude zu finden.“

 

Chronologie der Abbaues:

1733, also noch vor Maria Theresias Regierungszeit, wurde nachweislich auf der Nordseite nach Erz geschürft und in der Nähe erbauten Hütte, heute Untersee Nr. 3, verhüttet. Der Chronik nach war es ein adeliger Freiherr, welcher das Projekt finanzierte. Es gibt eine Werkzeug-Materialliste aus jener Zeit, aber derzeit keinen Hinweis, wann und warum der Bergbau eingestellt wurde.

1763 wurde ein kritischer Zustandsbericht über die aufgelassenen Stollen geschrieben.

1801 wurde der Bergbau an der Nordseite erneut angefahren und im folgenden Jahr wieder eingestellt.

1870/71 fand ein neuerlicher Erschließungsversuch statt, wobei die alten Stollen nachgerissen wurden und ein weiterer Vortrieb erfolgte. Man wurde also wieder fündig und die Einstellung des Abbaus erfolgte in erster Linie wegen der komplizierten Zusammensetzung des Erzes.

1872 wurde die ganze Stollenanlage genau vermessen und dokumentiert. (Siehe nachfolgendes Kapitel).

1934 wurde auf Veranlassung der Salinenverwaltung kurzzeitig ein weiterer Erzabbau aktiviert. Es handelte sich dabei aber mehr um Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit. Beteiligt bei den Arbeiten waren die Einheimischen Krenn, Wallner, Pfandl und Kirchschlager.

1935 wurden im Aluminiumwerk Steeg einige Analysen der Erzproben veranlasst. Dabei ergab sich ein durchschnittlicher Mittelwert von 7 % Kupfersulfid, 14 % Blei, 46 % Zink sowie 33 % Eisen (Eisensulfid, Schwefel- oder Eisenkies, Pyrit). Insgesamt spricht man von einer kleinräumigen Vererzung.

1950 wurde von L. Kefer mit Kollegen die Anlage befahren. Kefer aus Bad Goisern hat sich im Rahmen einer Diplomarbeit in der Berg- und Hüttenschule Leoben ausführlich mit dem Erzbergbau beschäftigt.  Seinen eigenen Angaben nach hat er seine Diplomarbeit an eine hochgestellte Person ausgeliehen und nicht mehr zurückbekommen. Es war mir daher ein Zugriff auf dieses Dokument leider nicht möglich. Zwischenzeitlich habe ich doch eine Kopie erhalten.

In den nachfolgenden Jahren wurde der Stollen einige Male von Personen aus der umgebenden Bevölkerung befahren. Der genaue Zeitpunkt, wann der Stollen zum letzten Mal begehbar bar, ist mir nicht bekannt. Es dürfte um das Jahr 1965 herum gewesen sein.


Der verschüttete Arikogel- Freischurf

Wie schon die Überschrift aussagt, ist diese größte Stollenanlage im Arikogel zumindest im Eingangsbereich total verschüttet. Offiziell wurden die Stollen 1950 zum letzten Mal von Hr. Kefer im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht. Ich wollte selbst 1968 die Anlage besichtigen, doch war der Stollenmund nur mehr einen halben Meter hoch und dahinter unzugänglich. Doch dank einer glücklichen Fügung haben wir über die Anlage genaue Informationen. Ich erhielt über Hr. Nußbaumer bzw. Gerhard Mayr aus dem Archiv der Salinenverwaltung äußerst aufschlussreiche Kopien, welche selbst Hr. Kefer noch nicht kannte. Es handelt sich um ein 15 Seiten starkes „Zugbuch zur Vermessung des Freischurfes im Arikogel“ aus dem Jahre 1872.

Ich gab dann diese Unterlagen an den bekannten Linzer Höhlenforscher Erhard Fritsch weiter, welcher sich die Mühe machte, die in Kurrent geschrieben Unterlagen penibel genau auszuwerten und an Hand der Daten und Skizzen nachträglich die Stollenpläne zu zeichnen. Die nachfolgenden Informationen stammen deshalb ausnahmslos von seiner im Jahre 1977 erschienen Arbeit „Der Erzabbau im Arikogel – eine Zwischenbilanz.“

Rekonstruierte Beschreibung 

Der ehemalige Eingang befindet sich im letzten Graben vor dem Beginn der westlich gelegenen Wiese vom Gschwandtbauer in 530 m Seehöhe und 22 m über dem Seespiegel bei einer Wandstufe. Die Stollenanlage besteht im Wesentlichen aus zwei etwa gleichlangen, übereinander liegenden Etagen. 

Obere Etage: Vom Stollenmund weg erstreckt sich ein annähernd horizontaler und niederer Gang in südwestliche Richtung und durchörtert anfangs Moränenschutt und Werfener Schiefer. 35 m vom Eingang entfernt tritt zum ersten Mal Erz auf. Dann folgt wieder Schiefer und nach insgesamt 55 m zweigen zwei kurze Seitengänge vom Hauptstollen ab. In der Nähe  vom Hauptstollen beginnt auch der steile Abstieg in die Untere Etage. Der Hauptstollen in der Oberen Etage wendet sich nun nach NW und nach weiteren 12 m wird ein größerer Raum von etwa 4 x 6 m erreicht. Hier stehen im Dolomit entlang einer Kluft wieder Erze an.

Untere Etage: Rund 10 m tiefer erstreckt sich der Stollen auf eine Länge von 44 m anfangs leicht abwärts, dann waagrecht ebenfalls in südwestliche Richtung. Knapp vor dem westlichsten Ende führt ein senkrechter Schacht  9 m in die Tiefe und endet am Wasserhorizont. Schon im Gang davor und vor allem im Schacht trifft man auf erzführendes Gestein.



Die Vermessung  begann am 17. Januar 1872 und wurde eine Woche später beendet. Dabei wurden einschließlich der Außenvermessung insgesamt 57 Messzüge angelegt.

Die rekonstruierte vermessene Gesamtlänge der Stollenanlage beträgt 234.5 m Schrägmeter, die Niveaudifferenz 25 m (+ 6.5 m, - 18.5 m) und die max. Horizontalerstreckung 95 m in Richtung WSW.

Es hat den Anschein, als hätten die alten Bergleute bald gemerkt, dass die Erzadern gegen die Tiefe zu ergiebiger werden. Zuletzt standen sie am Wasser an, weil sich der tiefste Punkt fast am Niveau vom Hallstätter Seespiegel befindet.

Wo die Knappen im Jahre 1801/02 und dann nochmals um 1930 herum  nach Erz schürften, konnte bisher nicht eruiert werden.


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Der Arikogelstollen (Arzloch II)

 

Dieser einzig nennenswerte, heute noch zugängliche Stollen befindet sich an der Nordostseite nur knapp oberhalb des Zlambaches. Der Zugang erfolgt am schnellsten von der Brücke aus, welche über den Bach führt. Nach einem kurzen Wegstück zwischen Arikogel-Nordostseite und Bachlauf und zuletzt weglos erreicht man den  Stollenmund an einer eindrucksvollen Wandstufe.

Nach einer anfangs 4 m breiten und 6 m langen Vorhalle beginnt der eigentliche Stollen. Kurz davor befindet sich noch rechter Hand ein 4 m langer Seitengang.

 

Der Stollen ist insgesamt 16 m lang. Die Höhe beträgt nur 1.2 m und die Sohlenbreite 0.7 m. Man wird also schnell in eine gebückte Haltung genötigt. Außerdem sind Gummistiefel ein „Muss“, da je nach Jahreszeit der Stollen teilweise mit etwa 20 cm hohen Wasser gefüllt ist.

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Die Stollen auf der Südseite

Um das Jahr 1853 wurde auf der Südseite ein Stollen vorgetrieben, in welchem bis um 1890 herum noch fallweise gearbeitet wurde. Man stieß dabei auf Kupfer- und Bleierze. Anscheinend war auch dieser Vortrieb wirtschaftlich unrentabel. „Am Arikogel traf man auf Bleiglanz im Kalkstein und es wurde darauf um die Mitte des 19. Jhd. ein Versuchsbau eröffnet.“ Nach dieser Mitteilung von Rosenauer, 1910 dürfte es sich um diesen genannten Stollen gehandelt haben. 

Im Zeitraum zwischen 1867 und 1871 ließ der damalige Betriebsleiter der ärarischen Bergwerke Freiherr von Beust ebenfalls an der Südseite einen Schurfstollen treiben. Wegen der ungünstigen Ergebnisse wurde der Stollenbau bald darauf eingestellt. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um den bereits 1853 eröffneten Stollen handelt. Das 5 m  lange Objekt, welches man heute noch von der Seeaustrasse aus gut sieht, wird als Munitionsstollen bezeichnet.


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Der Goldschatz vom Arikogel

Im Mai 2005 fand ein Mann am Arikogel einen äußerst wertvollen Goldschatz, welcher vor mindestens 3.200 Jahren dort vergraben wurde. In der Nähe einer exponierten Stelle und luftlinienmäßig nicht allzu weit weg von den verschütteten Stollen wurde er fündig. In nur 25 cm Tiefe grub er insgesamt sieben zusammenhängende Goldspiralen aus der Erde. Anstatt den wertvollen Fund wie es das Gesetz vorsieht, sofort zu melden, machte er falsche Angaben, welche ihm in den nächsten Jahren in Schwierigkeiten brachte. Der Finder bekam mehrere Anzeigen und nach einigen Jahren kam es zum Prozess. Der unehrliche Mann erhielt eine bedingte Strafe und der wertvolle Fund ging in Staatseigentum über. Der Goldschmuck befindet sich jetzt im Kunsthistorischen Museum in Wien.

 

 

 Dieser Schatz besteht aus 5 Paare einfacher Drahtspiralen ohne Nutzungsspuren und zwei zusammenhängende Paare von Armspiralen mit kunstvollen Verzierungen. Die Armspiralen zeigten Benutzungsspuren. Dieser Fund stammt aus der jüngeren Bronzezeit bzw. Urnenfelderzeit 1.200 v. Chr.). Besonders interessant ist auch der vermutete Ursprung.

 

Das Gold  dürfte aus Siebenbürgen (Rumänien) stammen. 

Der reine Materialwert wird auf 20.000 Euro geschätzt. Der Anteil des Naturgoldes (Flussgold) beträgt etwa 75 %, der vom Silber durchschnittlich 19 % und der Gehalt von Kupfer   1 – 3 %.  Der kleine Rest besteht aus insgesamt 23 Spurenelementen. Der wissenschaftliche Wert ist unschätzbar.

 

Wie kam dieser wertvolle Fund auf den Arikogel? Hier gibt es mehrere Erklärungsversuche. Eine der Theorien davon ist, dass ein Händler den Schmuck hier deponierte und nicht mehr abholen konnte. Persönlich glaube ich, dass es sich um einen Weihefund an irgendwelche Götter handelt. Ein ähnlicher Goldfund und viele Bronzedepotfunde im Bereich des Koppenpasses zwischen Obertraun und Bad Aussee stammen aus der gleichen Zeit, also zwischen 1.100 und 1.300 v. Chr.

Das Bundesdenkmalamt veröffentlicht 2011 im Internet u.a. folgenden Bericht:

Für etwas mehr als einen halben Kilo Gold, in Form von Armreifen und Drahtspiralen, zerstörte ein Sondengeher unersetzliche archäologische Befunde.

Weil Fundgegenstände gerade bei der Bergung aus dem Erdboden und auch deren unmittelbare Umgebung bei sachgemäßer Erforschung wissenschaftlich wertvolle Erkenntnisse liefern können, sieht die österreichische Gesetzeslage vor, dass Grabungsgenehmigungen ausschließlich an dafür ausgebildete Fachleute vergeben werden. Daran hielt sich der Finder, der mit einem Metalldetektor auf dem Arikogel im Gemeindegebiet von Bad Goisern unterwegs war, nicht.

Er grub den Schatz unsachgemäß und ohne Dokumentation, und auch ohne Genehmigung des Grundeigentümers, der Österreichischen Bundesforste aus und verwirkte damit das Recht des redlichen Finders auf das Hälfteeigentum an den Fundgegenständen.“

Der gesamte Schatz wurde anlässlich der Landesausstellung 2008 in Traunkirchen öffentlich ausgestellt und nochmals 2015 im Museum von Hallstatt. Der denkmalgeschützte Goldschmuckfund wurde nach fast siebenjährigen Rechtsstreit am 20. Oktober 2011 im Beisein hochgestellter Persönlichkeiten und zwei Ministerinnen dem Naturhistorischen Museum übergeben. Der Schatz gehört also jetzt offiziell der Republik Österreich.

Der Finder des Schatzes ist wegen illegalen Benützung eines Metallsuchgerätes und unerlaubtes Graben auf fremden Boden finanziell leer ausgegangen. 


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Das spätrömische Frauengrab

Ab dem Jahre 1875 wurde die Bahnstrecke von Attnang-Puchheim nach Stainach-Irdning gebaut. Dabei führte die Bahntrasse auch entlang der Südwestseite vom Arikogel. An einer Stelle wurde der Bahndamm bis hart zu den Felsen herangeführt. Im Zuge dieser Bauarbeiten wurde im Jahre 1876 ein Frauenskelett ausgegraben, welches wegen den beiliegenden Schmuck beträchtliches Aufsehen erregte. Leider wurde damals kein Fachmann zur Bergung hinzugezogen, sodass aus heutiger Sicht gesehen einiges falsch gemacht wurde. So wurden die Funde unsachgemäß behandelt, gibt es keine Dokumentation über die Fundumstände und selbst der genaue Ort ist nicht mehr bekannt.

Von den mindestens elf Grabbeigaben sind nur vier Schmuckgegenstände erhalten geblieben. Es sind dieses ein Halsschmuck aus drei geflochtenen Goldkettchen, ein Armreif aus Gold sowie je ein Fingerring aus Opal und aus Silber. Zwei goldene römische Fingerringe, ein Reif aus Golddraht, zwei silberne Armreifen und goldene Teile von einem Ohrgehänge sind verschollen.

Der Schmuck stammt aus der Zeit um das 3./ 4. Jahrhundert n. Chr., also der späten römischen Kaiserzeit. Einige der Schmuckformen sprechen dafür, dass die Trägerin bereits eine germanische Abstammung hatte. In diesen angeführten Zeitabschnitt war die Völkerwanderung schon voll im Gange.

 

Bleibt noch die Frage offen, warum das Grab ausgerechnet an dieser Stelle angelegt wurde. Es befand sich etwas außerhalb und östlich der Mitte der heutigen doppelten Bahnunterführung. Die Römer legten gerne die Grabmonumente in der Nähe von Wegen an, um die Erinnerung an die Verblichenen zu erhalten. Es muss sich auf jeden Fall um eine vermögende bzw. einflussreiche Person gehandelt haben. Ob dieser Reichtum mit den römischen Gebäuden in der Nähe (z.B. Seeauer), einem eventuellen Bergbau oder Salzhandel zu tun hat, bleibt reine Spekulation.

Diese angeführten Schmuckgegenstände wurden vorerst von einem Ischler Juwelier erworben, welcher wiederum diesen an die kaiserliche Sammlung in Wien verkaufte. Heute können die wertvollen Grabbeigaben im Kunsthistorischen Museum (Antikensammlung)  in Wien besichtigt werden. 

Beim Bau der Bahntrasse wurde auch eine kleine, bronzene Statue  von der der ägyptischen Gottheit Isis gefunden. Dieses sicherlich interessante Stück wurde 1935 aus dem Hallstätter Museum gestohlen.    


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Die römische Siedlung

Westlich und nördlich vom Arikogel erstrecken sich die zur Gemeinde Bad Goisern gehörenden Ortschaften St. Agatha, Au und Steeg. Vor allem in St. Agatha befanden sich zur Römerzeit einige Gebäude, landwirtschaftlich genutzte Flächen und auch ein kleiner Friedhof. Aufmerksam auf dieses Gebiet wurde man im Jahre 1876, als man auf der Nordostseite vom Arikogel das weiter oben näher beschriebene Römergrab fand.

Man vermutete nicht zu Unrecht, dass hier das vom Hallstätter Salzberg transportierte „weisse Gold“ am Nordende vom Hallstätter See umgeschlagen wurde. Von St. Agatha aus ging der Lastentransport auf den Landweg weiter. Aufgrund einzelner Funde weiß man, dass der  Weg ziemlich geradlinig durch Goisern führte. Weiter ging es auf der rechten Traunseite über Lauffen, Bad Ischl und kurz vor  Langwies auf der linken Seite vom Fluss zum Traunsee.


 

1 = Der verschüttete Arikogel - Freischurf

2 = Das Arzloch

3 = Vermuteter Standort vom römischen Grab

4 = Römisches Wirtschaftsgebäude (Villa rustica)

      neben St.Agatha Nr. 18

5 = vermutlich römisches Bad ( St. Agatha  Nr.  16)

6 = vermutlich römische Grundmauern

7 = vermutlich römischer Friedhof (Reitern Nr. 37)

8 = römische Funde bei St. Agatha Nr. 99

9 = römische Funde bei st. Agatha Nr. 105


 

Bekanntlich gab es auch im naheliegenden Leislinggebiet am Fuße vom Sandling eine römische Siedlung bzw. ein Salzbergwerk, welche erst ab 1991 entdeckt, erforscht und vermessen wurde. Die fundreiche Römertrasse mit einer kleinen Siedlung am Fuße von Sandling führte von Ausseerland über den Michlhallberg zum Goiserer Becken. Höchstwahrscheinlich hat es auch einen Weg vom Leisling nach St. Agatha gegeben. Zwischen den Siedlungen in Hallstatt, St. Agatha, Steeg und Michlhallbach besteht also ein direkter Zusammenhang.


Im Bereich dieser Häuser in St. Agatha Nr. 16 und 18 befinden sich im Untergrund römische Mauern.


Der sicherlich bedeutendste römische Gebäudekomplex befand sich in St. Agatha Nr. 16 und 18, welches aber nur zum Teil ausgegraben wurde. Allgemein kann man feststellen, dass es sich um ein Hauptgebäude und ein kleineres Nebengebäude gehandelt hat, bei welchen im Laufe der Zeit auch Umarbeiten erfolgten. Den Typus nach könnte es sich bei Hauptgebäude um eine villa rustica handeln mit den typischen römischen Einrichtungen wie Fußbodenheizung und Glasfenster. Der Baustil ist etwa gleich mit den Häusern im römischen Hallstatt.

  

Im Jahre 2004 hat sich der Landesarchäologe von OÖ. Stefan Traxler im Rahmen einer Dissertation näher mit dem Nebengebäude (neben Haus Nr. 16) beschäftigt. Siehe  nachfolgende Grafik vom Autor.

 

 

Es deutet einiges darauf hin, dass es sich bei den Gebäuderesten neben dem Wohnhaus Agatha Nr. 16 um ein römisches Bad handelt.

 

Es könnte folgendermaßen ausgesehen haben:

 

 Nr.  1:  tepidarium (Lauwarmwasserbad)

 Nr.  2:  apodyterium (Gardarobe oder Ruheraum)

 Nr  3:  frigidarium (Kaltwasserbad)

 Nr.  4:  apside (halbkreisförmiger Raumteil)

 Nr   5:  caldarium (Warmwasserbad)

 Nr.  6:  praefornium (Heizraum, Feuerstelle, Ofen)

 


 

In St. Agatha gab es in der Römerzeit mehrere Gebäude, welche vermutlich im wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Salzbergbau in Hallstatt und am Leisling standen.

 

Auf diesem Wiesengelände in St. Agatha  wurden im Jahre 2016 durch Archäologen aus OÖ. und Tirol geophysikalische Untersuchungen  durchgeführt. Dabei wurden die Grundmauern von mehreren Gebäuden geortet, welche höchstwahrscheinlich aus der Römerzeit stammen.


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Die Seeauer

Auf der Südseite vom Arikogel steht das alte Gut der Seeauer. Die Familiengeschichte reicht mindestens bis in das 13. Jahrhundert zurück. Damals hat Königin Elisabeth einen Berthold Seeauer mit anderen Personen die Pfannhausrechte (Salzförderung und Handel) verliehen. Dieses geschah zeitgleich mit der Ernennung von Hallstatt zum Markt im Jahre 1311. Schon einige Jahrhunderte zuvor hat es vermutlich nahe dem Arikogel eine Saline gegeben. Die Soleleitung führte angeblich von der Südwestseite des Sandling (Michlhallbach) bis hierher.

In der Folge brachte es die Familie der Seeauer zu großen Ansehen und Wohlstand. Einer der berühmtesten Personen war wohl Thomas Seeauer, welcher um 1500 geboren wurde. Er war der Erbauer der Seeklause am Hallstättersee und etlichen anderen Flussbauten im damaligen Reich der Habsburger. Diesen genialen Mann wurde 1558 das Recht zur Führung eines eigenen Wappens verliehen und 1582 durch Kaiser Rudolf II. in den Adelstand erhoben. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts findet man die Seeauer in vielen führenden Personen in Politik und Wirtschaft und auch in den höchsten kirchlichen Kreisen.

Am Ende vom 17. Jahrhundert waren einige der Seeauer zu großem Reichtum gelangt und liehen sogar dem Kaiser Geld. Später fiel dann Johann Fiedrich, Graf von Seeau, aus politischen Gründen in Ungnade des Kaisers. Ab 1741 ging es dann mit der bürgerlichen und adeligen Familie der Seeauer spürbar bergab. Otto von Seeau als letzter Spross der adeligen Familie starb 1884 und auch der bürgerliche Zweig hatte keine direkten Nachkommen.

Einige der Adeligen von Seeau“ waren große Förderer von Wolfgang Amadeus Mozart. Es ist dabei interessant, dass der geniale Komponist mütterlicherseits von Hallstatt abstammt.

Die Seeauer besaßen neben Besitztümern am Arikogel und dem Trauneck (Gasthaus Steegwirt) auch einige Schlösser im Salzkammergut. Die Familie spendete etliche Altäre und andere Einrichtungen in Traunkirchen, in St.Agatha, in Lauffen und Bad Goisern. Bekannt im Traunviertel waren die Besitzungen zu Mühlleuten bei Gmunden und Schloss Eberzweier bei Altmünster.

Heute ist das rotgefärbte Haus neben der Straße im Privatbesitz und nur wenige Menschen wissen, dass hier die kulturelle Wiege des inneren Salzkammergutes stand.

Bild 1:  Das Stammhaus der berühmten Familie der Seeauer befindet sich an der Südseite vom Arikogel.

Bild 2: Das Wappen enthält zwei Kamelle und zwei natürliche Seen und deutet auf den Handel hin.

Bild 3: Die Familie erhielt 1582 den Adelstitel und wurde 1699 in den Grafenstand erhoben.


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Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

 

Nördlich vom Arikogel in der Nähe der B145 steht die spätgotische Kirche von St. Agatha. Der kleine, schmucke Sakralbau wurde in den 600 Jahren seines Bestehens mehrmals umgebaut. Man findet im Inneren interessante und wertvolle Details aus vielen Jahrhunderten. Die kunstvolle Kreuzigungsgruppe wurde um 1716 aus Grotten- und Sandsteinen erbaut und wurde damit die Kirche zum Kalvarienberg von der Gemeinde Bad Goisern.

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Weit über die Ortsgrenzen berühmt geworden ist auch die Seeklause am Hallstättersee. Die erste Klause wurde bereits 1511 gebaut und später mehrmals repariert. Diese diente zum Aufstauen des Sees, um die Salzschiffen genügend Wasser auf der Traun zur Verfügung zu stellen. Die Schleusen wurden jeweils einige Stunden vor dem Abfahren der Schiffe geöffnet.

Die Seeklause besteht aus einen 110 m langen Holzbauwerk mit 11 einzeln abschließbaren Holztoren und 12 m mit Steinen angefüllten Holzkästen. Das älteste Industriedenkmal von Oberösterreich ist heute noch im Betrieb und dient zur Regulierung von etwaigen Hochwässern.

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Das "Landhotel Agathawirt" hat kunsthistorische Bedeutung und eine abwechslungsreiche Geschichte. Ebenfalls alt und inzwischen großzügig umgebaut ist das "Gasthaus zur Post" direkt an der B166. Schon 1571 wurde der "Steegwirt" am Taunausfluß erbaut und derzeit total renoviert.

 


Bilder können durch Anklicken vergrößert werden!

          Arikogel                Blick von Osten              Blick von Süden         Elektrizitätswerk             Kirchenwirt


Fossilien: Gamsjäger  und  Gassenbauer                   Arikogel                       Zlambach                       Kraftplatz


          Arzloch II - Eingang                             Arzloch II - Mitte                            Arzloch II - Ende

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   Ehemaliger Pavillon                      Salzschiff an der Traun               Karte um 1750                                 Arikogel 2017

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Zusammenfassung

Es lohnt sich, diese besondere Region im Inneren Salzkammergut kennen zu lernen! Hier haben man auch Anschluss auf den Soleleitungsweg, bekanntlich die älteste Pipeline der Welt. Dieser Wegabschnitt ist zugleich der letzte Teil vom Salzalpensteig.

 

In der Umgebung vom Arikogel gibt es auch ein schönes Freizeit- und Badegelände mit einem seperaten FKK-Strand. Für Radsportler gibt es direkt am Arikogel ein eigenes Übungsgelände.

 

Das Gebiet ist auch Ausgangspunkt zu Touren im Sarstein,  Kahlengebirge , Sandling und etlichen Almen. 

Der Weltkulturort Hallstatt ist nur 5 km entfernt und Obertraun 10 km (Dachsteinhöhlen).

Nach Gosau und  Bad Ischl beträgt die Entfernung rund 12 km. 

 

Siehe auch Videofilme in youtube "Arikogel am Hallstättersee", "Hoher Sarstein" oder Artikel in der gleichen Homepage z. B. "Der Salzkammergut-Soleleitungsweg."

 

+  +  +    www.norbertleutner.at    +  +  +